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Major-Turniere im Golf: Wettstrategien für Masters, PGA, US Open und The Open

Gepflegtes Fairway eines Major-Golfplatzes mit blühenden Azaleen und Pinien im Hintergrund

Ladevorgang...

Vier Wochen im Jahr, in denen Quoten anders funktionieren

Im April 2026, als Rory McIlroy auf dem Weg zu seinem ersten Masters-Titel war, sah ich auf den Daten von BetMGM eine Zahl, die mich nicht losließ: McIlroy hielt 10,6 Prozent aller Wett-Tickets und 14,8 Prozent des gesamten Geldumsatzes auf das Masters. Bei einem Feld von rund neunzig Spielern. Das ist nicht Wahrscheinlichkeit, das ist Schwerkraft.

Major-Turniere sind im Wettmarkt anders. Das Masters allein erzeugt nach Daten von BetMGM einen Handle, der typischerweise doppelt so hoch ist wie der jedes anderen Major im Kalenderjahr. Die Quoten sind volatiler, die Märkte tiefer, die psychologischen Faktoren stärker. Vier Wochen im Jahr — Masters im April, PGA Championship im Mai, US Open im Juni, The Open Championship im Juli — verhalten sich nach eigenen Regeln. Wer diese Regeln nicht kennt, wettet bei Majors mit derselben Logik wie bei einem regulären PGA-Tour-Event und verliert systematisch.

Ich gehe in diesem Beitrag durch alle vier Majors und zeige, was sie wett-technisch unterscheidet: Quoten-Typik, typische Sieger-Profile, Platz-Charakteristik und die Marktverzerrung, die durch öffentliche Wett-Konzentration entsteht. Wer ein einziges Major-Wochenende strukturiert vorbereitet, hat im Wettmarkt einen messbaren Vorteil gegenüber dem Wetter, der erst am Donnerstagmorgen die Quoten öffnet.

Was ein Turnier zum Major macht

Wer im Profigolf von einem Major spricht, meint immer dieselben vier Turniere: das Masters Tournament in Augusta, die PGA Championship, die US Open und The Open Championship. Diese vier Turniere haben sich über Jahrzehnte als Krone des Wettbewerbsjahres etabliert, und auch Wettanbieter behandeln sie als eigene Kategorie — mit eigenen Quoten-Strukturen und eigenen Sondermärkten.

Was macht ein Major aus? Drei Faktoren. Erstens: das Feld. Bei Majors versammelt sich die globale Spitze — PGA Tour, DP World Tour, Champions Tour-Veteranen mit Berechtigung, LIV-Spieler mit Major-Status und manche Amateur-Sieger. Das Feld ist tiefer als bei jedem anderen Turnier des Jahres.

Zweitens: das Course Setup. Major-Plätze werden härter eingerichtet als reguläre Tour-Plätze. Längere Bahnen, höheres Rough, schnellere Greens, schwierigere Pin-Positionen. Das senkt die durchschnittlichen Scores und verstärkt die Trennung zwischen Top- und Mittelfeld-Spielern.

Drittens: das Prestige. Ein Major-Sieg verändert die Karriere eines Spielers permanent — finanziell, statistisch, in der Geschichtsbuch-Wirkung. Diese Bedeutung schlägt sich im Wettmarkt nieder: höheres Publikum, mehr Handle, mehr Quotenbewegung. Auch Spezialwetten, die das ganze Jahr über kaum gehandelt werden, bekommen bei Majors plötzlich Liquidität.

Masters Tournament: Augusta National und der Wettmarkt mit dem größten Handle

Wenn ich Wett-Anfängern den Einstieg in Major-Wetten erklären soll, beginne ich immer mit dem Masters. Nicht weil es das einfachste ist, sondern weil es das interessanteste ist. Das Masters Tournament hat im Wettjahr eine Sonderstellung, die sich an einer Zahl festmachen lässt: Der Handle, also das Wett-Volumen, ist beim Masters typischerweise doppelt so hoch wie bei jedem anderen Major-Turnier des Jahres.

Diese Konzentration hat Folgen. Erstens: Der Markt ist tief. Selbst Spezialwetten, die das ganze Jahr über nicht gehandelt werden, haben beim Masters ausreichende Liquidität. Zweitens: Die Quoten reagieren empfindlich auf Marktdruck. Wenn ein Großteil des Publikums auf einen Favoriten setzt — wie 2026 auf Rory McIlroy, der laut BetMGM 10,6 Prozent aller Tickets und 14,8 Prozent des Geldumsatzes hielt — verschieben sich die Quoten erkennbar. Sein Quote-Niveau lag zeitweise deutlich unter dem, was reine Wahrscheinlichkeitsbetrachtung gerechtfertigt hätte.

Drittens: Das Masters ist das berechenbarste Major hinsichtlich Course Fit. Augusta National ist seit 1934 dieselbe Bahnstruktur. Die letzten zehn Sieger haben in vier von vier Strokes-Gained-Kategorien dasselbe Profil gezeigt: starke Approach-Spieler mit überdurchschnittlichem Around-the-Green-Können. Wer diese Filterung kennt, kann das Feld in der Wett-Vorbereitung systematisch reduzieren.

Was viele Wetter unterschätzen, ist das Timing der Quoten-Öffnung. Buchmacher eröffnen Masters-Märkte oft schon im Februar — also rund zwei Monate vor dem ersten Schlag. In dieser Phase sind die Quoten am volatilsten. Wer früh einen Spieler ins Auge fasst und vor dem öffentlichen Hype eine Wette platziert, bekommt häufig vier bis sechs Quotenpunkte mehr als der Wetter, der Anfang April öffnet. Das ist ein direkter Edge, der nichts mit Analyse zu tun hat — nur mit Disziplin.

Eine ausführliche Aufarbeitung der Augusta-Course-Charakteristik, der typischen Sieger-Profile und der Wett-Geschichte des Masters habe ich im separaten Beitrag zu den Masters-Wetten und Augusta-Quoten zusammengetragen — inklusive der Geschichte hinter den Wettmärkten des grünen Sakkos.

PGA Championship: 19 Millionen Preisgeld und die schärfsten Felder

Die PGA Championship 2026 hat einen Rekord aufgestellt, der das Wettjahr verändert hat: Mit einem Preisgeld von neunzehn Millionen US-Dollar war es das bis dahin höchstdotierte Major-Turnier überhaupt. Scottie Scheffler nahm 3,42 Millionen US-Dollar als Sieger mit nach Hause — ein Niveau, das in der Wett-Strukturierung neue Aufmerksamkeit auf das zweite Major des Jahres lenkt.

Was die PGA Championship wett-technisch besonders macht, ist die Feldzusammensetzung. Es ist das Major mit dem höchsten Anteil reiner Tour-Profis — wenig Amateure, kein Champions-Tour-Sondermember-Aufgebot wie beim Masters. Das macht das Feld statistisch tief, und es bedeutet auch: Außenseiter-Quoten haben hier eine etwas realistischere Implied Probability als bei den anderen Majors.

Der Austragungsort wechselt jährlich, und das hat Konsequenzen für die Wett-Vorbereitung. Anders als beim Masters auf Augusta National kann man bei der PGA Championship nicht auf „Course History“ als zentralen Filter setzen — der Platz ist meist anders als im Vorjahr. Stattdessen muss die Analyse über Course-Fit-Profile laufen: Welche SG-Kategorien werden vom diesjährigen Austragungsort begünstigt? Welche Spieler haben auf ähnlichen Plätzen in der Vergangenheit überdurchschnittlich gespielt?

Mein Workflow für PGA-Championship-Wetten beginnt mit der Klassifizierung des Platzes. Ist es ein langer Park-Platz (wie Bethpage Black oder Quail Hollow)? Dann sind SG: Off-the-Tee und SG: Approach die entscheidenden Filter. Ist es ein kürzerer, präzisionsfokussierter Platz (wie Southern Hills)? Dann steigt die Bedeutung von SG: Around-the-Green und Putting auf schnellen Greens.

Quoten-technisch ist die PGA Championship das Major mit den vielleicht „ehrlichsten“ Outright-Quoten. Weniger Publikumsdruck als beim Masters, weniger Course-spezifischer Bias als bei den anderen drei Majors. Für Wetter mit solider Datenbasis ist das oft das Major mit den besten Edge-Chancen — gerade auf Mittelfeld-Spieler mit Outright-Quoten zwischen 41.00 und 81.00, wenn das SG-Profil zum Platz passt.

US Open: Das härteste Major und seine Strafe für jede Ungenauigkeit

Wer einmal bei einer US Open am Fernsehen miterlebt hat, wie ein Top-Spieler eine Bogey-Spirale auf den letzten neun Löchern hinlegt, hat verstanden, was dieses Major ausmacht. Die US Open ist die brutalste Prüfung der vier Majors — der USGA-Setup-Stil belohnt Konstanz und bestraft jede Form von Schlag-Improvisation.

Konkret heißt das: Enge Fairways mit halbhohem bis tiefem Rough, schnelle, festgewalzte Greens und Pin-Positionen, die selten unter zehn Yards Sicherheitsabstand zu den Hindernissen haben. Die durchschnittlichen Sieger-Scores sind häufig im einstelligen Bereich unter Par — manchmal sogar darüber, was bei anderen Majors selten ist.

Für die Wett-Strukturierung folgt daraus eine klare Filterung. Spieler mit hoher SG: Off-the-Tee-Genauigkeit (nicht Distanz, sondern Genauigkeit) bekommen Bonus. Spieler mit großem Streuwinkel beim Driver, selbst wenn sie überdurchschnittlich lang sind, scheitern oft an US-Open-Setups. Der zweite Filter ist SG: Approach unter Druck — speziell aus dem Rough. Wer einen Approach-Schlag aus dem halbhohen Rough nicht in fünfzehn Yards Pin-Nähe bekommt, baut Bogeys auf, und Bogeys summieren sich bei der US Open zu Major-zerstörenden Bilanzen.

Eine Besonderheit der US Open: Die Austragungsorte rotieren, und manche Plätze haben extreme Charakteristik, die in der Vorbereitung eigene Aufmerksamkeit verdient. Pebble Beach mit kleinen Greens, Winged Foot mit klassischem Park-Layout, Pinehurst No. 2 mit Crowned Greens — jeder Austragungsort verlangt ein eigenes Profil. Wer eine US Open vorbereitet, ohne die Spezifika des konkreten Austragungsorts zu studieren, geht mit halben Informationen ins Wochenende.

Quoten-technisch ist die US Open das Major, bei dem ich am ehesten auf Outsider-Plays gehe. Die brutalen Bedingungen erzeugen häufiger als bei anderen Majors überraschende Sieger oder zumindest überraschend platzierte Top-5-Finisher. Wer hier mit Each-Way-Wetten auf SG-belastbare Mittelfeld-Profile setzt, hat statistisch oft die besten Ergebnisse im Major-Jahr.

Das älteste Major der Welt ist auch das, das den größten Bruch mit jedem anderen Turnier des Jahres bedeutet. Bei The Open Championship spielen die Profis Links-Golf — auf Plätzen, deren Charakter sich seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert hat: Küstennähe, Wind als ständiger Faktor, Bunker, die Ballhalbierungen wie Schicksal aussehen lassen, und Greens, die nicht „weich angeflogen“ werden wollen, sondern angerollt.

Der wichtigste Wett-Faktor bei The Open ist die Anpassungsfähigkeit. Ein Spieler, der ausschließlich Park-Plätze mit hohen Approaches gespielt hat, hat hier strukturelle Probleme. Ein Spieler, der den niedrigen „stinger“ beherrscht, der Bunker-Schläge aus tiefen Pot-Bunkern routiniert spielt und der mit dem unkontrollierten Wind seinen Frieden findet, hat Vorteile, die sich nicht in einer einzigen SG-Kategorie ausdrücken lassen.

Für die analytische Vorbereitung schaue ich primär auf zwei Werte: SG: Approach mit besonderem Fokus auf 150 bis 175 Yards (die kritische Annäherungs-Distanz bei Wind), und SG: Around-the-Green, weil Bunker-Spiel und Putt-Vorbereitung aus dem Rough hier zentraler sind als auf jedem anderen Major-Platz. Drive-Distanz allein hilft bei Wind kaum — ein langer Driver, der nicht kontrolliert werden kann, landet bei The Open im Heather oder in der Fairway-Bunker-Reihe.

Ein zweiter Faktor, den ich nie unterschätze, ist der Wind. Wind ist bei Open Championships nicht „ein Faktor“, sondern oft der Faktor. Wenn die Vorhersage für die erste Runde 20 bis 30 Knoten Wind ankündigt und für Runde 2 weniger als 10 Knoten, dann hat die Wave-Verteilung enorme Konsequenzen für Cut-Linie und Wochenend-Position. Wer Live-Wetten oder Round-Matchups bei The Open spielt, muss die Wettervorhersage stundengenau lesen können — und akzeptieren, dass die beste Analyse durch eine unerwartet drehende Windrichtung zunichtegemacht werden kann.

Quoten-technisch belohnen Open-Championship-Märkte häufig erfahrene Links-Spieler. Die Buchmacher kennen die Spezifika dieses Majors, aber die öffentlichen Wetter konzentrieren ihr Geld oft auf US-amerikanische Stars, deren Open-Bilanz tatsächlich schwächer ist als ihre PGA-Tour-Bilanz. Genau in dieser Lücke entstehen die spannendsten Edge-Möglichkeiten — Spieler von der DP World Tour mit starker Links-Historie, deren Quoten überhöht sind, weil ihr Bekanntheitsgrad in den USA niedriger ist.

Wie hoch Major-Quoten typischerweise klettern und warum

Eine Major-Quote sieht auf den ersten Blick anders aus als die Quote eines regulären PGA-Tour-Events. Die Favoriten liegen bei Majors typischerweise zwischen 9.00 und 17.00 — bei einem regulären Tour-Event ist die Spitze oft schon bei 8.00 bis 11.00 erreicht. Diese Verschiebung ist keine Buchmacher-Willkür, sondern Spiegel des Feldes: Mehr starke Spieler bedeuten verteiltere Wahrscheinlichkeit.

Die Implied Probability eines Major-Favoriten liegt rechnerisch bei sechs bis neun Prozent. Konkret: Bei Quote 13.00 sind das 7,7 Prozent, bei Quote 17.00 sind es 5,9 Prozent. Diese Zahlen bedeuten — und das verstehen viele Wett-Anfänger nicht — dass selbst der beste Spieler der Welt bei einem Major rechnerisch nur in jedem elften bis siebzehnten Fall siegt. Wer eine Outright-Wette auf einen Major-Favoriten platziert, muss psychologisch und statistisch darauf vorbereitet sein, in Serie zu verlieren.

Die Mittelfeld-Quoten bei Majors sind interessant. Spieler im Bereich Quote 26.00 bis 81.00 haben Implied Probability zwischen 1,2 und 3,9 Prozent. Wenn die eigene SG-Analyse einen dieser Spieler bei realistisch fünf bis sieben Prozent verortet, entsteht ein klarer Edge — und das ist genau die Zone, in der Each-Way-Wetten bei Majors statistisch oft die beste Kombination aus Risiko und Erwartungswert bieten.

Die Außenseiter-Zone — Quoten über 101.00 — ist die emotionalste, aber rechnerisch heikelste Kategorie. Hier ist die Buchmacher-Marge prozentual am höchsten, die Implied Probability liegt unter einem Prozent, und das Lebenslauf-Risiko (Spieler verfehlt den Cut) ist hoch. Wer hier setzt, sollte das mit kleinen Einsätzen und klarer Edge-These tun, niemals „weil die Quote schön aussieht“.

Wo das Publikum sein Geld konzentriert und welche Quoten dadurch verzerrt werden

Beim Masters 2026 sah ich auf den Daten von BetMGM eine Verteilung, die mich nachhaltig beschäftigt hat: Rory McIlroy hielt 10,6 Prozent aller Wett-Tickets und 14,8 Prozent des gesamten Geldumsatzes. Bei einem Feld von rund neunzig Spielern entspricht das einer Konzentration, die durch reine Wahrscheinlichkeit nicht zu erklären ist. McIlroy war ein Top-Favorit — keine Frage — aber kein Top-Favorit verdient 14,8 Prozent des Geldumsatzes auf seine Kappe.

Genau diese Konzentration ist der wichtigste Quoten-Verzerrungs-Faktor bei Majors. Ich nenne es Publikums-Bias: Die öffentlich starken Marken — McIlroy, Scheffler, Spieler mit US-Major-Historie — bekommen mehr Geld als ihre tatsächliche Wahrscheinlichkeit rechtfertigt. Buchmacher reagieren darauf, indem sie die Quoten dieser Spieler nach unten anpassen und gleichzeitig die Quoten der Mittelfeld-Spieler etwas anheben, um Marktbalance herzustellen. Das Resultat: Auf Stars wettet man rechnerisch schlecht, auf belastbare Mittelfeld-Profile rechnerisch oft gut.

Wer mit dieser Marktverzerrung arbeiten will, braucht zwei Dinge. Erstens: ein klares Verständnis dafür, dass der legale Wettmarkt nicht der einzige Markt ist. Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbands, hat es zur Marktstruktur in Deutschland so formuliert: „Mindestens ein Viertel des Marktes ist illegal — das ist eine klare, offizielle Bestätigung dafür, dass der Schwarzmarkt längst ein ernstzunehmendes strukturelles Problem ist und kein Randphänomen.“ Dass nicht alle Wetten über regulierte Anbieter laufen, beeinflusst die sichtbaren Handle-Zahlen, aber die strukturelle Verzerrung Richtung Publikumslieblinge gibt es auf beiden Seiten der Lizenz-Linie.

Zweitens: die Bereitschaft, gegen das Publikum zu setzen, wenn die Daten dafür sprechen. Eine Each-Way-Wette auf einen Spieler, dessen Quote im Markt zu hoch geblieben ist, weil das öffentliche Geld in eine andere Richtung fließt, ist genau der Edge, den systematische Analyse bei Majors herausarbeiten kann. Das ist mühsam, weniger glamourös als der Tipp auf den Favoriten, aber langfristig die bessere Strategie.

Course Setup als der unsichtbare Mitspieler jeder Wette

Wenn ein Wett-Anfänger mich nach dem einen Faktor fragt, der bei Majors die meisten Wett-Entscheidungen beeinflusst, antworte ich immer: Course Setup. Nicht der Spieler, nicht das Wetter, nicht die Quote — das Setup des Platzes für genau dieses Turnier.

Course Setup ist die Summe aller Entscheidungen, die der Veranstalter über die Spielbarkeit trifft: Fairway-Breite, Rough-Höhe, Greens-Geschwindigkeit, Pin-Positionen, Tee-Box-Längen. Das Masters wird in Augusta National jedes Jahr nach denselben Prinzipien eingerichtet — relativ weite Fairways, sehr schnelle Greens, anspruchsvolle Pin-Positionen. Die USGA bei der US Open arbeitet mit dem schmalsten Setup der vier Majors. Die PGA of America bei der PGA Championship variiert je nach Austragungsort. The Open Championship folgt der Links-Tradition und passt sich den natürlichen Bedingungen an.

Für die Wett-Strukturierung folgt daraus: Vor jedem Major prüfe ich zwei Werte. Erstens: Welche SG-Kategorien wurden in den letzten fünf Editionen dieses Majors von Top-10-Finishern überdurchschnittlich gespielt? Zweitens: Welche aktuellen Spieler entsprechen diesem Profil? Diese Kombination liefert mir eine Shortlist, die rationaler ist als jeder reine „heißer Spieler“-Tipp.

Ein konkretes Beispiel: Beim Masters dominieren in den Top-10-Listen der letzten Jahre konstant Spieler mit hohem SG: Approach und überdurchschnittlichem SG: Around-the-Green. SG: Off-the-Tee ist sekundär — Augusta ist lang genug, dass Distanz hilft, aber kein Wegweiser ist. Bei der US Open ist SG: Off-the-Tee plus Genauigkeit der zentrale Filter, weil enge Fairways direkten Schlag-Verlust durch verfehlte Drives erzeugen. Diese Profile sind über Jahre stabil und liefern eine analytische Basis, die kaum eine andere Sportart in dieser Form bietet.

Der Major-Kalender für 2026 und die richtigen Wochen zur Vorbereitung

Die vier Majors verteilen sich über das Jahr nach einem etablierten Rhythmus, und wer Wett-Vorbereitung ernst nimmt, sollte diesen Rhythmus kennen — nicht nur die Daten, sondern auch die Wochen davor.

Das Masters Tournament findet traditionell in der ersten vollen April-Woche statt — also Anfang April auf Augusta National in Georgia. Für die Wett-Vorbereitung bedeutet das: Die Quoten öffnen oft schon im Februar, und die ersten drei Märzwochen sind die analytisch wichtigste Phase. Spieler, die in den späten Florida-Swing-Turnieren (Players Championship Mitte März, Valspar Championship, Arnold Palmer Invitational) starke SG-Werte zeigen, werden in den Masters-Quoten oft kurzfristig nach unten korrigiert.

Die PGA Championship 2026 ist für Mai geplant — wie üblich. Der Austragungsort variiert. Wett-Vorbereitung beginnt sinnvollerweise vier Wochen vor Turnierstart, sobald der konkrete Platz und die ersten Tee-Time-Auslosungen feststehen.

Die US Open findet traditionell Mitte Juni statt, häufig parallel zum Vatertag in den USA. Auch hier wechselt der Austragungsort. Die Vorbereitungs-Phase deckt sich teilweise mit dem Memorial Tournament und den Signature Events Anfang Juni — Spieler, die in dieser Phase starke SG: Off-the-Tee-Werte zeigen, sind die analytisch interessantesten US-Open-Kandidaten.

The Open Championship schließt das Major-Jahr typischerweise im Juli ab. Vor The Open finden auf der DP World Tour mehrere Links-Turniere statt (Scottish Open, Genesis Scottish Open), die als Form-Indikator gerade für europäische und ausgewählte amerikanische Spieler dienen. Wer einen Open-Tipp vorbereitet, schaut zuerst auf diese Vorbereitungsturniere — sie sind das beste Frühwarnsystem für Links-Form.

Für den eigenen Wett-Kalender heißt das konkret: Ich blocke schon im Januar fünf Wochenenden im Jahr für intensive Major-Vorbereitung — die Wochenenden vor jedem Major plus das jeweilige Turnier-Wochenende selbst. In diesen Phasen reduziere ich die Wettaktivität bei regulären Tour-Events bewusst, um Bankroll und Konzentration für die Major-Märkte zu erhalten. Wer sein gesamtes Wett-Jahr auf gleichmäßige Wochenend-Aktivität verteilt, verschenkt die Tatsache, dass Majors strukturell die besten Edge-Chancen liefern.

Ein zweiter Hinweis zum Kalenderverständnis: Die Olympic Games beeinflussen den Major-Kalender nicht direkt, aber sie verändern die Form-Vorbereitung der Top-Spieler. In Olympia-Jahren passen viele Spieler ihre Turnier-Auswahl an, und das hat Konsequenzen für die Verfügbarkeit und Frische der Top-Profile bei den späteren Majors des Jahres.

Was Leser vor jedem Major-Wochenende fragen

Welcher der vier Majors hat das größte Wettangebot bei deutschen Anbietern?

Das Masters Tournament hat regelmäßig das tiefste Marktangebot. Lizenzierte deutsche Anbieter führen hier nicht nur Outright und Each-Way, sondern auch Round-Matchups, Top-Finisher-Märkte, Make-the-Cut-Wetten und eine Reihe von Spezialwetten. Bei den anderen drei Majors ist das Angebot etwas reduzierter, aber immer noch deutlich breiter als bei regulären PGA-Tour-Events.

Wie unterscheiden sich die Cut-Regeln zwischen den Majors?

Beim Masters und der US Open spielen die besten 50 plus Gleichstand nach den ersten beiden Runden weiter. Die PGA Championship und The Open Championship arbeiten mit Top 70 plus Gleichstand. Diese Unterschiede sind wichtig für Make-Cut-Wetten und Tournament-Matchups, weil die Cut-Wahrscheinlichkeit eines Spielers vom Schwellenwert abhängt. Wer Cut-Wetten platziert, sollte die konkrete Regel des laufenden Turniers verifizieren — sie kann sich von Jahr zu Jahr geringfügig ändern.

Warum sind Quoten beim Masters niedriger als bei den anderen Majors?

Das Masters hat das kleinste Feld unter den Majors — typischerweise um die neunzig Spieler. Weniger Mitbewerber bedeuten höhere implizite Wahrscheinlichkeit pro Spieler und damit niedrigere Quoten. Hinzu kommt der Publikumsdruck: Das Masters konzentriert mehr Wett-Volumen auf wenige Top-Spieler, was deren Quoten zusätzlich nach unten drückt. Wer beim Masters Outright wettet, kauft sich häufig Quoten, die rechnerisch knapper sind als bei der US Open oder bei The Open.

Wann findet die US Open 2026 statt?

Die US Open 2026 ist für Mitte Juni geplant, wie traditionell üblich auf einem rotierenden Austragungsort. Den konkreten Termin und den Austragungsort kommuniziert die USGA in der Regel mit großem Vorlauf. Wettanbieter eröffnen die Outright-Märkte oft schon zwei bis drei Monate vor Turnierstart, sodass die ersten Quoten meist im März oder April verfügbar sind.